-Demokratie in Bewegung- und die Frage: Wer braucht uns?

Kleine Parteien durchlaufen nach ihrer Entstehung und der ersten euphorischen Zeit mit viel Enthusiasmus, Energie und großartigen Zukunftsversionen gerne mal Metamorphosen, sprich grundlegende Veränderungs- und Anpassungsphasen.

In der Sozialarbeit spricht man bei Berufsanfängern in solch drastischen Situationen vom sogenannten „Praxis-Schock“.

In diesem werden dann parteiweit Grundsatzfragen gestellt, die vorher gar nicht da oder erkennbar waren. Neben inhaltlichen Diskrepanzen werden Methoden des politischen Diskurses infrage gestellt, Menschen finden sich mit ihren Fähigkeiten oder Absichten in diesem Spektrum nicht mehr wieder.

Irgendwie läuft alles schief.

Darüber hinaus treffen individueller Narzissmus und aufkommendes Machtstreben auf „Lasst uns gemeinsam die Welt verbessern“.

Steckt eine Partei in einer solchen Phase, kommt bei den wahrnehmenden Menschen in und um die Partei herum die o.g. Frage auf, also: „Wer und wozu braucht es uns denn nun, wenn wir selbst so „schwimmen“?“ Außenstehende mit Sicht auf die Partei könnten sich fragen, wozu eine Partei wählen und unterstützen, die zwar den Weg sieht und kennt, aber Schwierigkeiten hat, ihn zu gehen?

An dieser Stelle formuliere ich die Frage um: „Warum braucht es uns?“

Demokratie in Bewegung will „Politik.Anders.Machen“. Das scheint ein hoher Anspruch zu sein. Auch aus obigen Gründen.

Ist er aber nicht. Nicht wirklich.

Denn mit Blick auf die aktuelle Situation (Achtung, Corona lenkt bisweilen mächtig ab!) besteht akuter politischer Handlungsbedarf: die drängende Lobby-Problematik, Reformierung der Umsetzung der europäischen Idee, Solidarität über eine gerechte, soziale Gesellschaft, Nachhaltigkeit bei Umwelt und Tierschutz, grundlegende Verbesserung der Bildungslandschaft, Demokratie / Politik wieder deutlich mehr zur Basis / in die Hand der Menschen geben, und und und…

Also, warum braucht es nun ausgerechnet uns?

Weil wir trotz allem genau hier ansetzen, weil wir jetzt hier ansetzen, weil wir nicht fehlerfrei sind, aber klare Vorstellungen haben und weil wir unsere Verantwortung erkennen, die wir uns selbst, unseren Kindern, uns allen schulden.

Genau deshalb.

Christian Schwakenberg

Demokratie in Bewegung, Kreisverband Dortmund

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